Anleitung zu den 6 Nebenübungen

Hier finden Sie zu jeder Nebenübung eine ausführliche Anleitung als Audio. Sie können die Anleitung hier anhören oder als MP3 herunterladen.

1.Nebenübung – Denken

Die Konzentrationsübung des Denkens: Man wählt einen einfachen, sachlichen Handlungsablauf (z.B. Faden durchs Nadelöhr) und stellt sich jeden Schritt konkret vor – ohne Emotionen. Die Vorstellungen müssen bis zum Schluss klar bleiben.

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1. Nebenübung – Denken

Die 1. Nebenübung von Rudolf Steiner - mit dem verstärkten Lenken der Aufmerksamkeit auf die Konzentrationskraft - und dem dazugehörigen Nachklang:

1. Wir bereiten uns für die Übung vor: wir setzen uns bequem, spüren die Füße auf dem Boden, wie auch den Boden unter den Füßen. Wir erzeugen vollkommene Ruhe.

2. Wir beginnen unsere Konzentrationskraft zu aktivieren (entweder mit Hilfe einer vorgestellten Handlung, mit einer Mathematikaufgabe, einer geometrischen Vorstellungsübung oder anderem).

3. Während wir uns konzentrieren, spüren wir eine Kraft in unserem Haupt. Sie zeigt sich zunächst als ein Druck im Kopf, dieser ist der Abdruck der Konzentrationskraft im Haupt. Wir lenken unsere Aufmerksamkeit auf die Konzentrationskraft. Dabei verdämmern die Vorstellungsinhalte.

4. Wir verstärken die Konzentrationskraft ohne Inhalt und versuchen sie aufrecht zu halten.

5. Allmählich versuchen wir den leibfreien Beobachter, der nach vielen Wiederholungen über dem Haupte sein Zentrum findet, wahrzunehmen. Es wird erfahrbar, dass der Beobachter leibfrei tätig ist.

6. Wir versuchen unsere Konzentrationskraft ohne Vorstellungs- und Gedankeninhalt zu verstärken und gleichzeitig den Beobachter hervorkommen zu lassen. Dies versuchen wir für ein paar Sekunden und mit der Zeit immer etwas länger zu halten. Sobald wir bemerken, wir können die Aufmerksamkeit nicht mehr halten, beenden wir die Konzentrationsübung. Wir schließen die Übung mit dem Nachklang, wie ihn Rudolf Steiner formulierte:

„Am Ende einer solchen Übung versuche man, das innere Gefühl von Festigkeit und Sicherheit, das man bei subtiler Aufmerksamkeit auf die eigene Seele bald bemerken wird, sich voll zum Bewusstsein zu bringen, und dann beschließe man die Übung dadurch, dass man an sein Haupt und an die Mitte des Rückens (Hirn und Rückenmark) denkt, so wie wenn man jenes Gefühl in diese Körperteile hineingießen wollte."

7. Wir beenden die Übung und verbinden uns wieder durch alle Sinne mit dem dreidimensionalen Raum.

Rudolf Steiner „Die Nebenübungen: Sechs Schritte zur Selbsterziehung" Hrsg: Ates Baydur

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2.Nebenübung – Wille

Die Willensübung: Man entscheidet sich für eine sinnlose Tätigkeit (z.B. Daumen auf kleinen Finger drücken) zu einer festen Uhrzeit und führt sie aus – nicht weil es sinnvoll ist, sondern weil man es sich vorgenommen hat.

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2. Nebenübung – Wille

Die zweite Nebenübung ist die Willensübung. Es gibt verschiedene Methoden, den Willen zu üben. Eine einfache Übung: Man entscheidet sich zu einer festen Uhrzeit für eine bestimmte Handlung, die an sich sinnlos ist – zum Beispiel den Daumen auf den kleinen Finger zu drücken oder ähnliches.

Worauf es ankommt: Man muss diese Handlung ausführen, nicht weil sie sinnvoll ist, sondern weil man sie sich vorgenommen hat. Das ist der entscheidende Punkt: Der Wille wird trainiert, unabhängig von Neigung oder Abneigung.

Diese Übung kann man über Wochen oder Monate durchführen. Wichtig ist die Regelmäßigkeit und die Bewusstheit der Entscheidung.

Durch diese Übung entwickeln wir die Fähigkeit, nicht aus Gewohnheit oder Impuls zu handeln, sondern aus freiem Willen. Wir werden zu Herren unserer eigenen Handlungen statt Sklaven unserer Instinkte.

Der Wille ist die Kraft, die uns befähigt, unsere Gedanken und Gefühle in Taten umzusetzen. Ohne einen starken Willen sind wir Spielball unserer Emotionen und äußeren Umstände.

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3.Nebenübung – Fühlen

Wie im Traum werden wir von Gefühlen (Ärger, Freude, Niedergeschlagenheit) hin und her geworfen. Die Übung fordert uns auf, statt ausgeliefert zu sein, Gleichmut zu entwickeln – nicht Gleichgültigkeit, sondern das Fühlen bewusst zu lenken.

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3. Nebenübung – Fühlen

Die dritte Nebenübung betrifft das Fühlen. Wie im Traum werden wir von Gefühlen wie Ärger, Freude, Niedergeschlagenheit hin und her geworfen. Die Übung fordert uns auf, statt ausgeliefert zu sein, Gleichmut zu entwickeln.

Gleichmut bedeutet nicht Gleichgültigkeit, sondern das Fühlen bewusst zu lenken. Wir lernen, unsere Gefühle zu beobachten, ohne uns von ihnen überwältigen zu lassen.

Diese Übung hilft uns, im Alltag nicht mehr so stark von Emotionen geleitet zu werden. Wir entwickeln eine innere Stabilität, die uns erlaubt, klar zu denken und vernünftig zu handeln, auch wenn uns starke Gefühle bewegen.

Das Ziel ist es, ein gesundes Verhältnis zu unseren Gefühlen zu entwickeln – weder unterdrücken noch ausleben wir sie blind, sondern wir lenken sie bewusst.

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4.Nebenübung – Positivität

Die Kraft von Sympathie und Antipathie bewusst für die Phänomene schenken, nicht gegen sie. So wird der Wille geschult, ohne von persönlichen Abneigungen geleitet zu sein.

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4. Nebenübung – Positivität

Die vierte Nebenübung handelt davon, die Kraft von Sympathie und Antipathie bewusst für die Phänomene zu schenken, nicht gegen sie.

In unserem Alltag urteilen wir ständig über Menschen, Situationen und Dinge – wir empfinden Sympathie oder Antipathie. Diese Übung lehrt uns, diese Gefühle bewusst zu steuern.

Wir lernen, die Welt mit offenen Augen zu betrachten, ohne sofort zu urteilen. Wir schenken unserer Aufmerksamkeit den Phänomenen, anstatt uns von persönlichen Abneigungen leiten zu lassen.

Dadurch wird der Wille geschult und wir gewinnen eine größere Freiheit im Denken und Handeln.

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5.Nebenübung – Unbefangenheit

Die Übung der Unvoreingenommenheit. Sympathie und Antipathie zurücknehmen und die Welt neutral betrachten. Eine Entdeckungsreise hinaus in die Welt, frei von voreiligen Urteilen.

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5. Nebenübung – Unbefangenheit

Die fünfte Nebenübung ist die Übung der Unvoreingenommenheit. Es geht darum, Sympathie und Antipathie zurückzunehmen und die Welt neutral zu betrachten.

Wir üben uns darin, Menschen und Situationen nicht sofort zu bewerten, sondern offen und ohne Vorurteile entgegenzutreten. Eine Entdeckungsreise hinaus in die Welt, frei von voreiligen Urteilen.

Diese Übung erweitert unseren Horizont und macht uns toleranter. Wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie ist, nicht wie wir sie gerne hätten.

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6.Nebenübung – Gleichgewicht

Die fünf vorherigen Übungen in eine Zusammenschau bringen. Gleichgewicht halten zwischen allen Talenten und Fähigkeiten – das Herz zeigt täglich, wie dieses Zusammenspiel gelingt.

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6. Nebenübung – Gleichgewicht

Die sechste Nebenübung bringt die fünf vorherigen Übungen in eine Zusammenschau. Es geht darum, Gleichgewicht zu halten zwischen allen Talenten und Fähigkeiten.

Das Herz zeigt uns täglich, wie dieses Zusammenspiel gelingt. Wir lernen, die verschiedenen Aspekte unserer Persönlichkeit in Harmonie zu bringen.

Diese Übung ist die Krönung des Übungsweges – wir streben nach innerer Ausgewogenheit und Ganzheit.

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